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<title>Dengbêj</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Dengbêj</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Dengbêj</b>, <a href="Kurdische_Sprachen" title="Kurdische Sprachen">kurdisch</a>, auch <i>dengbej, dengbij,</i> bezeichnet in den <a href="Kurden_in_der_T%C3%BCrkei" title="Kurden in der Türkei">kurdisch besiedelten Regionen</a> im Osten der <a href="T%C3%BCrkei" title="Türkei">Türkei</a> einen professionellen Volksliedsänger, der nach einer alten <a href="Epos" title="Epos">epischen</a> Tradition weltliche Lieder ohne instrumentelle Begleitung vorträgt. Er kann vom <i>çirokbêj</i>, dem <a href="Geschichtenerz%C3%A4hler" title="Geschichtenerzähler">Geschichtenerzähler</a> und vom <i>beytbêj</i>, dem Poeten unterschieden werden. Der strophische Gesang des <i>dengbêj</i> verkörpert eine eigenständige musikalische Gattung innerhalb einer bis in vorislamische Zeit zurückreichenden, aus <a href="Zentralasien" title="Zentralasien">Zentralasien</a> stammenden Erzähltradition, die in der Türkei und in <a href="Aserbaidschan" title="Aserbaidschan">Aserbaidschan</a> vom <i><a href="A%C5%9F%C4%B1k" title="Aşık">aşık</a></i> überliefert wird. In der nordwest<a href="Iran" title="Iran">iranischen</a> Provinz <a href="Kurdistan_(Provinz)" title="Kurdistan (Provinz)">Kordestān</a> heißen die professionellen kurdischen Barden <i>lavjebêj.</i> Einige <i>dengbêjî</i> stammen aus <a href="Armenien" title="Armenien">Armenien</a>. Die Epensänger lassen sich manchmal von einer Variante der Kurzoboe <i><a href="Mey_(Blasinstrument)" title="Mey (Blasinstrument)">mey</a></i> (kurdisch <i>dûdûk</i>, auch <i>qernête</i>) oder anderen Volksmusikinstrumenten begleiten.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mythen_und_Geschichten">Mythen und Geschichten</h2></div>

<p>Die Vorfahren der <a href="Kurden" title="Kurden">Kurden</a> kamen wohl mit anderen Völkern der <a href="Indoiranische_Sprachen" title="Indoiranische Sprachen">indoiranischen Sprachfamilie</a> in vorchristlicher Zeit aus Zentralasien in den Westen des <a href="Iranisches_Hochland" title="Iranisches Hochland">Iranischen Hochlandes</a>. Sprecher des <a href="Kurdische_Sprachen" title="Kurdische Sprachen">Altkurdischen</a> siedelten einer These zufolge im Gebiet des <a href="Zagros-Gebirge" class="mw-redirect" title="Zagros-Gebirge">Zagros-Gebirges</a>, bevor sie nach <a href="Anatolien" class="mw-redirect" title="Anatolien">Anatolien</a> kamen. Die häufig behauptete Abstammung der Kurden wahlweise von den <a href="Sumer" title="Sumer">Sumerern</a>, <a href="Meder_(Volk)" title="Meder (Volk)">Medern</a>, <a href="Skythen" title="Skythen">Skythen</a>, <a href="Urart%C3%A4isches_Reich" title="Urartäisches Reich">Urartäern</a> oder anderen Völkern, die altorientalische Reiche gegründet hatten, lässt sich nicht belegen. Während es über die frühe Geschichte der Kurden nur vage Vermutungen gibt, liefern detailgenaue <a href="Geschichtsmythos" title="Geschichtsmythos">Geschichtsmythen</a> eine über die Jahrhunderte weitergetragene kulturelle Tradition. Der persische Dichter <a href="Firdausi" title="Firdausi">Firdausi</a> (940–1020) gibt in seinem Versepos <i><a href="Sch%C4%81hn%C4%81me" title="Schāhnāme">Schāhnāme</a></i> eine von vielen Varianten der Erzählung des bösartigen Drachenkönigs <a href="Zahhak" title="Zahhak">Zahhāk</a> wieder, aus dessen Schultern zwei Schlangenköpfe herauswuchsen. Die Schlangen mussten täglich mit den Gehirnen zweier Kinder gefüttert werden. Anstelle eines der Kinder begann die Bevölkerung, ein Kalb- oder Lamm zu schlachten und dessen Hirn zu opfern. Jeden Tage wurde durch diese Täuschung ein Kind gerettet und heimlich in Sicherheit in die Berge gebracht. So schildert es auch der kurdische Historiker <a href="%C5%9Eerefhan" title="Şerefhan">Şerefhan</a> in seinem 1597 erschienenen Werk <i><a href="Scherefname" title="Scherefname">Scherefname</a></i> (Šaraf-nāma), das die früheste umfangreiche Quelle zur kurdischen Geschichte darstellt. Aus diesen Jungen und Mädchen ging das fortan als Nomaden umherziehende und in Zelten lebende Volk der Kurden hervor. Bei Firdausi führte der Schmied <a href="Kaveh_Ahangar" title="Kaveh Ahangar">Kaveh</a> (auch Kawa) mit seiner als Fahne hochgehaltenen Schürze einen Aufstand gegen den Tyrannen an, um das Volk von diesem grausamen Ritual zu erlösen. Nach der neuzeitlichen kurdischen Version war der Schmied Kawa ein Kurde, dem das letzte seiner drei Kinder geopfert werden sollte, er erschlug Zahhak eigenhändig mit seinem Hammer.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Diese <a href="Iranische_V%C3%B6lker" title="Iranische Völker">iranische</a> Geschichte vom Aufstand gegen den Tyrannen gehört zu den klassischen Heldenepen, in denen der Kampf zwischen Gut und Böse eine zentrale Rolle spielt und die bisweilen historische Fakten mit Mythen vermischen. Der Mord am Drachenkönig wird auf den 21. März 612 v. Chr. gelegt, als die Meder die <a href="Assyrien" title="Assyrien">assyrische</a> Hauptstadt <a href="Ninive" title="Ninive">Ninive</a> eroberten. Der Zeitpunkt ist dazu angetan, Kurden zu Nachfahren der Meder zu erklären. Mit dem 21. März beginnt jedes Jahr der <a href="Iranischer_Kalender" title="Iranischer Kalender">Iranische Sonnenkalender</a>, somit wird das Brauchtum im Mythos verankert. An diesem Tag wird das iranisch-kurdische Frühjahrsfest <a href="Nouruz" title="Nouruz">Nouruz</a> veranstaltet, das ein Symbol für die kulturelle Eigenständigkeit der Kurden darstellt und dessen öffentliche Feiern in der Republik Türkei 1923 verboten und erst 1995 wieder zugelassen wurden.
</p><p>Schmiede verfügen allgemein über besondere, magische Fähigkeiten; in mehreren zentralasiatischen Epen ist der mythische Held ein Epensänger und zugleich Schmied. Der <a href="Schmied_in_der_Kultur#Iranische_Mythologie" title="Schmied in der Kultur">mythische Schmied</a> Kaveh wurde im Kampf für ein autonomes Kurdistan zu einer kurdischen Traditionsfigur erhoben und zu einem nationalen Freiheitssymbol aktualisiert.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Nouruz- und Meder-Mythos spielt auch im Geschichtsbild der <a href="Arbeiterpartei_Kurdistans" title="Arbeiterpartei Kurdistans">PKK</a> eine zentrale Rolle.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der beispielhaften Geschichte ist ferner die erlebte Erfahrung einer bedrohten Gruppe enthalten, die sich bei Gefahr in die Berge zurückzieht und sich dort als ein <a href="Stamm_(Gesellschaftswissenschaften)" title="Stamm (Gesellschaftswissenschaften)">Stamm</a> der eigenen Herkunft versichert. Auf solchen Legenden bauen sich Genealogien auf.
</p><p>Ein anderer kurdischer Ursprungsmythos bringt König <a href="Salomo" title="Salomo">Salomo</a> mit Geistern (<a href="Dschinn" title="Dschinn">Dschinn</a>) und schönen Jungfrauen in Verbindung. Nach einer weiteren Legende hätten sich altarabische Stämme zerstritten, die einen seien in die Berge gezogen und dort allmählich zu Kurden geworden. Kurden könnten auch von einem Dämonen abstammen, falls die Geschichte von König Salomo weitergesponnen wird, der einst junge Sklavinnen aus dem Palast warf, die vom Dämon Djasad aufgenommen wurden und mit ihm die Kurden zeugten.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Epen und Balladen der kurdischen Volksdichtung stehen in einer Tradition, die von Sibirien, Zentralasien und Iran bis nach Anatolien reicht. Heldenepen, die sich auf geschichtliche Ereignisse beziehen, und romantische Märchen lassen sich häufig nicht genau voneinander abgrenzen; beide beinhalten in der gesamten Region ähnliche Erzählstrukturen, umgemünzt und angepasst an die jeweilige kulturelle Identität. Die Vereinnahmung einer überregionalen Tradition für die eigene Folklore kann in bestimmten Fällen auch für politische Propagandazwecke missbraucht werden. Rückbesinnung auf die kulturelle Tradition und ihre Verleugnung auf der anderen Seite sind gegnerische Strategien im selben politischen Kampf.
</p><p>Mündlich überliefert und vorgetragen wurden und werden die Epen in Versform von professionellen Balladensängern oder Erzählern. Überwiegend begleiten sie sich auf einem Saiteninstrument: die türkischen <i><a href="A%C5%9F%C4%B1k" title="Aşık">aşıklar</a></i> auf der Langhalslaute <i><a href="Saz" title="Saz">saz</a></i>, während in Zentralasien die gezupfte Laute <i><a href="Komuz" title="Komuz">komuz</a></i> oder die Streichlaute <i><a href="Kobys" title="Kobys">kobys</a></i> diese Funktion übernehmen. Einzig in <a href="Kirgisistan" title="Kirgisistan">Kirgisistan</a> gibt es mit dem <i>manaschi</i> einen Volkssänger, der seine Verse wie der kurdische <i>dengbêj</i> ohne instrumentale Begleitung vorträgt. Ende des 19. und Anfang 20. Jahrhundert zeichneten die Orientalisten <a href="Oskar_Mann" title="Oskar Mann">Oskar Mann</a><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <a href="Albert_Socin" title="Albert Socin">Albert Socin</a><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> kurdische Epen auf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sänger_und_Erzähler"><span id="S.C3.A4nger_und_Erz.C3.A4hler"></span>Sänger und Erzähler</h2></div>

<p>Die kurdischen Namen für die Musiker und Geschichtenerzähler lassen sich infolge regionaler kultureller und sprachlicher Besonderheiten nicht für die gesamte Region einheitlich zuordnen. Der Volksliedsänger <i>dengbêj</i> kann im Rahmen der Tradition eigene Texte verfassen und tritt ohne instrumentale Begleitung solo oder im Wechselgesang, in neuerer musikalischer Form auch unterstützt von Volksmusikinstrumenten auf. Die Sänger sollten ein gewisses Alter erreicht haben, damit ihre Fähigkeiten anerkannt werden, die Erzähltradition beherrschen, eigene Texte verfassen können und über eine gute Gesangsstimme verfügen. Letzteres bedeutet, die Stimme sollte fein und hoch, aber dennoch ausreichend kräftig sein. Die Berufsbezeichnung wird dann gesellschaftlich als Anrede akzeptiert und meist zu einem Bestandteil des Personennamens. Die Musiker arbeiten professionell, es ist ihnen verboten, auf Veranstaltungen Tanzlieder (<i>lawke govende</i>) ohne Entlohnung zu singen.<sup id="cite_ref-New_Groove_Dictionary,_S._38_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-New_Groove_Dictionary,_S._38-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wie bei den türkischen <i>aşıklar</i> gibt es auch einige wenige weibliche <i>dengbêjî</i>,<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die häufig Töchter eines bekannten Sängers sind.
</p><p>Die Ausbildung zum Sänger findet informell statt, viele bekamen zunächst Unterricht von ihrem Vater und wurden später von einem bekannten Sänger (Lehrmeister <i>hoste</i>, türkisch <i>usta</i>) als Schüler (<i>şagirt</i>) aufgenommen. Dies entspricht dem bis nach Indien bekannten traditionellen Lehrer-Schüler-Verhältnis (persisch <i><a href="Ust%C4%81d" title="Ustād">ustād</a>-schāgird</i>). Wenn es um die spätere Anerkennung als <i>dengbêj</i> geht, wirkt sich der Unterricht bei einem berühmten Sänger positiv für die Biografie aus.
In der <a href="Hakk%C3%A2ri_(Provinz)" title="Hakkâri (Provinz)">Provinz Hakkâri</a> im äußersten Südosten der Türkei und der westlich angrenzenden <a href="%C5%9E%C4%B1rnak_(Provinz)" title="Şırnak (Provinz)">Provinz Şırnak</a> führen Sänger den aus dem Arabischen stammenden Namen <i>şair</i> (von <i>şaʿir,</i> „Poet“). Der <i>şair</i> ist ein hochgeschätzter Mann aus der Region, der aber im Unterschied zum <i>dengbêj</i> ohne Bezahlung auftritt. Zur Gruppe dieser Poeten gehören auch Wander<a href="Derwisch" title="Derwisch">derwische</a>, die ihre Erzählungen mit der Rahmentrommel <i><a href="Daf_(Musikinstrument)" title="Daf (Musikinstrument)">def</a></i> begleiten. Die Derwische verfügen über ein eigenes Repertoire aus Heldengeschichten und Märchen, das sie in Reimversen vortragen, teilweise in der persisch-klassischen Form einer <i><a href="Qas%C4%ABda" title="Qasīda">qaṣīda</a></i> (kurdisch <i>qesîde</i>). Sie haben die Tendenz, sich als <i>dengbêj</i> zu bezeichnen, weil sie sich damit innerhalb der kurdischen Tradition etablieren können, um ein noch höheres Ansehen zu genießen.
</p><p>Der <i>dengbêj</i> kann vom <i>çirokbêj</i> unterschieden werden, der entweder als Geschichtenerzähler im allgemeinen Sinn oder je nach Region besonders als Märchenerzähler verstanden wird. In Letzterer Funktion unterscheidet sich der <i>çirokbêj</i> vom <i>serhatibêj,</i> der <i>serhati</i>, also geschichtliche Erzählungen wiedergibt, die eher als wahr angesehen werden. In bestimmten Regionen gibt es unter den kurdischen Nomaden einen Geschichtenerzähler, der sich vom <i>serhatibêj</i> abhebt und eine bessere soziale Stellung bekleidet. Dieser <i>qewlbêj</i> trägt <i>qewl</i> vor, Texte, die eine besondere Bedeutung besitzen.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Stranbêj</i> oder <i>stranvan</i> heißen allgemein Liedersänger, genauer sind es halbprofessionelle Sänger, die in der Tradition der „alten Lieder“ stehen und ihre komponierte und getextete Lyrik (<i>stran</i>) instrumental begleiten. <i>Stran</i> kann auf Kurmandschi auch jede Art von Liedern bezeichnet, die Entsprechung auf <a href="Sorani" title="Sorani">Sorani</a>, dem zentralkurdischen Dialekt wäre dann <i>goranî</i>.<sup id="cite_ref-Turgut,_S._111_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-Turgut,_S._111-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <a href="Jesiden" title="Jesiden">jesidischen</a> Sänger im Nordirak nennen sich ebenfalls <i>stranbej</i>.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Östlich des Flusses <a href="Gro%C3%9Fer_Zab" title="Großer Zab">Großer Zab</a> in der Türkei und im Nordwesten des Iran heißen die Poeten <i>lavjebêj</i>. Eine weitere Bezeichnung in der iranischen Provinz Kordestān ist <i>beytbêj.</i>
</p><p>Die Sänger waren Teil einer hierarchischen kurdischen Gesellschaft, die bei der üblichen Lebensweise der halbnomadischen Viehhirten und landlosen Feldarbeiter auf den Führer (<i><a href="Agha_(Titel)" title="Agha (Titel)">agha</a>, aga,</i> <a href="Kurmandschi" title="Kurmandschi">kurmandschi</a> <i>aẍa</i>) eines Stammes oder den Herrscher (<i><a href="M%C4%ABr" title="Mīr">mîr</a></i>) eines mehr oder weniger unabhängigen Fürstentums ausgerichtet war. Die Stammesangehörigen verhielten sich gegenüber den mächtigen <i>aghas</i> im Wesentlichen loyal. Als Großgrundbesitzer besaßen diese sowohl politisch als auch ökonomisch eine führende Position und unter ihrer Patronage konnte sich die Gruppe der professionellen Musiker entwickeln. Einige <i>dengbêj</i> trieb die Armut zu den <i>aghas</i>, wo sie gegen Essen und ein Dach über dem Kopf Preislieder zu Ehren ihres Unterstützers sangen.
</p><p>Die literarische Tradition der Kurden wurde über die Jahrhunderte fast ausschließlich mündlich überliefert. Das in der Türkei gesprochene <a href="Kurmandschi" title="Kurmandschi">Kurmandschi</a> ist bis heute eine überwiegend mündliche Sprache. Noch in den 1950er Jahren dürften die meisten Kurden Analphabeten gewesen sein, was eine Erklärung für das hohe gesellschaftliche Ansehen der Geschichtenerzähler darstellt, die ein bedeutendes kulturelles Erbe bewahren helfen.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den 1960er Jahren wurde bereits das allmähliche Verschwinden der <i>dengbêjî</i> beklagt. Seit den 1930er Jahren litten <i>dengbêjî</i> in Städten mehr, in abgelegenen Dörfern etwas weniger unter den Repressionen der türkischen Behörden, die den öffentlichen Gebrauch der kurdischen Sprache ahndeten. Die Gesangstradition konnte praktisch nur noch auf dem Land erhalten werden. Dennoch gelang es <i>dengbêjî</i> bis 1980, sich in den Teestuben von <a href="Diyarbak%C4%B1r" title="Diyarbakır">Diyarbakır</a> zu treffen. Der öffentliche Rundfunk sorgte zwar für eine weite Verbreitung der bislang nur regional bekannten türkischen Volksmusikstile, kurdische Musiksendungen waren jedoch verboten. Nur der in der Kurdenregion empfangbare Radiosender aus Bagdad und seit den 1950er Jahren Radio Eriwan in der armenischen UdSSR strahlten regelmäßig von <i>dengbêjî</i> gesungene Lieder aus.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Sendungen von Radio Eriwan präsentierten die auf traditionellen Instrumenten gespielte kurdische Musik auf Kurmandschi, während die von Radio Bagdad und einigen iranischen Rundfunksendern vorgestellten Lieder von <a href="Arabische_Musik" title="Arabische Musik">arabischer</a> beziehungsweise <a href="Iranische_Musik" title="Iranische Musik">persischer Musik</a> beeinflusst waren, teilweise in diesen Sprachen gesungen wurden und auch westliche Musikinstrumente zum Einsatz kamen. Radio Eriwan unterschied sich ferner von den anderen Sendern, weil er der einzige war, der kurdische Sängerinnen vorstellte.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1991 wurde auf Initiative von Staatspräsident <a href="Turgut_%C3%96zal" title="Turgut Özal">Turgut Özal</a> in einem ersten Schritt zur Liberalisierung und Anerkennung der kurdischen Minderheit das öffentliche Sprach- und Schriftverbot des Kurdischen aufgehoben.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den 1990er Jahren waren in Istanbul Musikkassetten mit historischen Aufnahmen von kurdischen Epensängern zu kaufen.
</p><p>Der türkische Schriftsteller <a href="Ya%C5%9Far_Kemal" title="Yaşar Kemal">Yaşar Kemal</a> leistete einen wichtigen Beitrag für die Bewahrung der <i>dengbêj</i>-Tradition. In seinem Roman <i>Yer Demir Gök Bakır</i> („Eisenerde, Kupferhimmel“) von 1963 entspricht der <i>dengbêj</i> Evdale Zeynikê einem der Protagonisten. Auch in späteren Werken des Schriftstellers tauchen <i>dengbêjî</i> auf. Seit 2003 gibt es in Diyarbakır und anderen mehrheitlich kurdischen Städten im Osten der Türkei Musikfestivals, auf denen <i>dengbêjî</i> auftreten. Mit finanzieller Unterstützung durch die <a href="Europ%C3%A4ische_Union" title="Europäische Union">Europäische Union</a> eröffnete die Stadtverwaltung von Diyarbakır im Mai 2007 das kurdische Kulturzentrum <i>Mala dengbêjan</i> („Haus der dengbêjî“).<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Alle oben genannten Sänger/Erzähler sind Teil der „eigenen“ kurdischen Kultur. Im Unterschied zu ihnen gibt es in den türkischen Provinzen Hakkâri und <a href="Siirt_(Provinz)" title="Siirt (Provinz)">Siirt</a> sowie in einzelnen Regionen im Nordwesten des Iran professionelle oder semiprofessionelle Musiker, die <i>mitrip</i> (auch <i>mitrib</i>) genannt und als eine nicht zum eigenen Stamm gehörende Minderheit betrachtet werden. Charakteristisch für die kurdische und andere Gesellschaften der Region ist die Unterscheidung zwischen Stammesangehörigen und außerhalb des Stammes stehenden Bevölkerungsgruppen.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Mitrip</i> (von arabisch <i>muṭrib,</i> „einer, der <i>ṭarabʾ,</i> also Musik hervorbringt“) sind musikalische Unterhalter, die umherziehen und für Familienfeiern engagiert werden. Sie gelten als mehr oder weniger ethnisch fremd, ihre gesellschaftliche Stellung wird mit der von Zigeunern (<i>karaci,</i> auch <i>qereçi</i>) verglichen.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Weitere regionale Begriffe für fremde Sänger, die sich auf einem Instrument begleiten, sind <i>gewende</i> und <i>begzade</i> (von <i><a href="Bey_(Titel)" title="Bey (Titel)">bey</a></i>, bedeutet ursprünglich „Adliger“, auch der Name eines kurdischen Stammes).<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Lieder_und_Verse">Lieder und Verse</h2></div>
<p>Die Lieder der <i>dengbêjî</i> lassen sich in Kriegsgesänge, Liebesgeschichten und Märchen einteilen. In jedem Fall wird eine Geschichte mit mythologischem oder historischem Hintergrund erzählt. Die Lieder sind symbolisch aufgeladen, indem sie auf die alte kurdische Tradition anspielen und eine Vergangenheit konstruieren, aus der ein Nationalbewusstsein hervorgeht und gefestigt wird. Die Liedgattungen sind im Einzelnen:
</p>
<ul><li><i>Şer,</i> ein heroisches Kriegslied, das dem Kampf von großen Männern gewidmet ist. In assoziativen Bildern werden die heldenhaften Leistungen der als historisch gedachten Figuren heraufbeschworen. Der Vortrag kann eine Stunde oder mehr dauern. Die Lieder schöpfen aus dem allgemein bekannten Mythenfundus, gelegentlich werden in diese Form gekleidete aktuelle Ereignisse verbreitet. In das kaum variierte melodische und rhythmische Muster sind eine unterschiedliche Zahl von langen Strophen eingebunden. Jede beginnt mit einer <a href="Melisma" title="Melisma">melismatischen</a> Tonfolge am oberen Ende des <a href="Tonumfang" title="Tonumfang">Tonumfangs</a>, der häufig bis zu eineinhalb Oktaven beträgt, und endet mit einem langgezogenen tiefen Ton. Andere Melodien umfassen lediglich eine <a href="Quarte" title="Quarte">Quarte</a> oder <a href="Quinte" title="Quinte">Quinte</a>.</li>
<li><i>Evînî</i> ist eine tragische Liebesgeschichte, die üblicherweise in Gewalt und Tod endet. Das Wort ist von kurdisch <i>evîn,</i> „Liebe“ abgeleitet. Auch hier folgt in jeder Strophe auf die anfänglichen Melismen ein schneller nichtmetrischer Textvortrag, der mit einem langen tiefen Ton abschließt.</li>
<li><i>Çirok û stran</i> bedeutet „Geschichte mit Lied“. Der Gang der Erzählungen und Märchen wird in Prosaform gesprochen, darin eingebunden sind gesungene Lieder in metrischen Rhythmen und in gereimten Versen für die Hauptfiguren.<sup id="cite_ref-New_Groove_Dictionary,_S._38_7-1" class="reference"><a href="#cite_note-New_Groove_Dictionary,_S._38-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Nach einer alternativen Unterteilung gibt es <i>stranê tarîqîyê</i> („geschichtliche Lieder“), <i>stranên bengîtîyê</i> („Liebeslieder“) und <i>stranên şînê</i> („Trauerlieder“).<sup id="cite_ref-Turgut,_S._111_10-1" class="reference"><a href="#cite_note-Turgut,_S._111-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zu den bekannten Erzählungen, die als traditionell kurdisch gelten, gehören <i>Siyabend û Xecê</i>, ferner <i>Memê Alan</i> (auch <i><a href="Mem_%C3%BB_Z%C3%AEn" title="Mem û Zîn">Mem û Zin</a></i> genannt), und <i>Kela Dimdim</i>. Die klassische arabische Liebesgeschichte <i><a href="Madschn%C5%ABn_Lail%C4%81" title="Madschnūn Lailā">Madschnūn Lailā</a></i> heißt in der kurdischen Version <i>Leyla û Mecnûn</i>. In der <a href="Turkv%C3%B6lker" title="Turkvölker">türkischen</a> Tradition steht die Geschichte des Helden <i>Goroglî</i> (türkisch <i>Köroğlu destanı</i>). Die Dichtung <i>Ûsiv û Zelîxe</i> ist ebenfalls bei Arabern und Türken verbreitet und besitzt einen altiranischen Ursprung.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der <i>dengbêj</i> trägt traditionell seine Lieder solistisch vor,<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wobei er von Zurufen unterbrochen werden kann. Häufig hält er sich konzentrationsfördernd eine Hand ans Ohr. Diese Geste ist – weniger charakteristisch – bis nach Zentralasien zu beobachten und ist auch von ägyptischen Volks- und Straßensängern bekannt.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bereits auf einem <a href="Rollsiegel" title="Rollsiegel">Rollsiegel</a>-Abdruck von <a href="Tschogha_Misch" title="Tschogha Misch">Tschogha Misch</a> um 3400 v. Chr. im Iran und auf altägyptischen Wandmalereien kennzeichnete eine seitlich an den Kopf gehaltene Hand den Sänger. Im <a href="Umayyaden" title="Umayyaden">umayyadischen</a> Palast <a href="Qusair_%CA%BFAmra" title="Qusair ʿAmra">Qusair ʿAmra</a> (Jordanien) vom Anfang des 8. Jahrhunderts ist ebenfalls eine solche Darstellung erhalten.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Manche kurdischen Sänger gliedern ihre epischen Verse durch ein <a href="Antiphon_(Musik)" title="Antiphon (Musik)">antiphonales</a> Zwischenspiel der Kurzoboe <i><a href="Mey_(Blasinstrument)" title="Mey (Blasinstrument)">mey</a></i> (kurdisch <i>dûdûk</i>)<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder der endgeblasenen kurdischen Hirtenflöte <i><a href="Bil%C3%BBr" title="Bilûr">bilûr</a></i><sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> im selben geringen Tonumfang.
</p><p>Ab den 1980er Jahren begann die Verschmelzung der traditionellen epischen Lieder mit einem städtischen Volksmusikstil. <i>Dengbejî</i> lassen sich seither außer von den genannten kurdischen Blasinstrumenten auch von der großen Rahmentrommel mit <a href="Schellenring" title="Schellenring">Schellenring</a> <i>erbane</i>, der Langhalslaute <i>tembûr</i> (Variante der <i><a href="Tanbur" title="Tanbur">tanbur</a></i>) und von nichtkurdischen Instrumenten wie der türkischen Langhalslaute <i><a href="Saz" title="Saz">saz</a></i>, der Trichteroboe <i><a href="Zurna" title="Zurna">zurna</a></i>, der Trapezzither <i><a href="Kanun_(Zither)" title="Kanun (Zither)">qanun</a></i>, der arabischen Laute <i><a href="Oud" title="Oud">ʿūd</a></i> und Trommeln (kurdisch <i>dehol</i>, türkisch <i><a href="Davul" title="Davul">davul</a></i>, arabisch <i><a href="Tabl" title="Tabl">ṭabl</a></i>) begleiten. Langsam vorgetragene Melodien klingen oft gedehnt und schwermütig, Lieder mit mehr Dynamik nähern sich dem persischen klassischen Gesangsstil an. Zu den Sängern, die aufgrund ihrer Gesangsausbildung und dem Traditionsbezug ihrer politischen Texte als <i>dengbêj</i> bezeichnet werden, gehören <a href="%C5%9Eivan_Perwer" title="Şivan Perwer">Şivan Perwer</a> (* 1955), <a href="Nizamettin_Ari%C3%A7" title="Nizamettin Ariç">Nizamettin Ariç</a> (* 1956) und Xelîl Xemgîn.
</p><p>Bekannte solistisch auftretende <i>dengbêjî</i> sind Evdale Zeynikê (1800?–1913)<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, Kawîs Axa (1889–1938), <a href="Karapet%C3%AA_Xa%C3%A7o" title="Karapetê Xaço">Karapetê Xaço</a> (Armenier, * 1902–1908; † 2005), Dengbêj Reso (1902–1983),<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Şakiro (Şakir Deniz; † 1996) und Dengbêj Zahiro (* 1950). Zu den wenigen Sängerinnen gehören <a href="Meryem_Xan" title="Meryem Xan">Meryem Xan</a> (1909–1949) Dengbêj Feleknas<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <a href="Ey%C5%9Fe_%C5%9Ean" title="Eyşe Şan">Eyşe Şan</a> (1938–1996).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
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<li>Canser Kardaş: <i>The Legacy of Sounds in Turkey: Âşıks and Dengbêjs.</i> In: Ulaş Özdemir, Wendelmoet Hamelink, Martin Greve (Hrsg.): <i>Diversity and Contact among Singer-Poet Traditions in Eastern Anatolia.</i> (Orient-Institut Istanbul: <i>Istanbuler Texte und Studien</i>, Band 40) Ergon Verlag, Baden-Baden 2018, S. 37–52, ISBN 978-3-95650-286-6</li>
<li>Lokman Turgut: <i>Mündliche Literatur der Kurden in den Regionen Botan und Hekarî.</i> Logos, Berlin 2010, ISBN 978-3-8325-2727-3</li>
<li>Clémence Scalbert Yücel: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://ejts.revues.org/index4055.html"><i>The Invention of a Tradition: Diyarbakır’s Dengbêj Project.</i></a> In: <i>European Journal of Turkish Studies,</i> Nr. 10, 2009</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20130207033049/http://thewanderingwords.wordpress.com/category/dengbej"><i>The Wandering Words. Category: Dengbej</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 7. Februar 2013 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
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</ol></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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